Kundenreferenzen I 12. Dezember 2017
Dr. med. Dimiter Iliev, Luzern – Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Dr. med. Dimiter Iliev, Luzern – Facharzt für Dermatologie und Venerologie

Dr. med. Dimiter Iliev, Luzern – Facharzt für Dermatologie und Venerologie

«Digitalisierung ist wichtig, aber der Patient als Mensch bleibt zentral». Der herzliche ­Empfang in dieser Praxis durch die MPA unterstreicht diese Haltung des Luzerner Facharztes. Dr. med. Dimiter Ilievs Wurzeln liegen in Bulgarien; er ist jedoch in Deutschland aufgewachsen und führt nach dem medizinischen Studium seit 13 Jahren seine Facharztpraxis für Dermatologie in Luzern. Der verheiratete Arzt und Vater lebt seine Philo­sophie auch im medizinischen Alltag: In der ­administrativen Verwaltung seiner Praxis wird wenig IT eingesetzt, in der Behandlung ­seiner Patienten setzt er in erster Linie auf seine grosse ärztliche Erfahrung und die medizinischen Fachkenntnisse.

Nach dem Wechsel der IT-Lösung zu Vitodata AG setzen die MPA nun die aktuelle vitomed Version ein und nutzen unter anderem in der Administration Strichcode-Leistungsblätter. Für Laborleistungen nutzt die Praxis externe Dienstleistungen. Mit dieser schlanken Lösung bewältigen der Arzt und seine drei MPA die Praxisadministration und die Patientenabrechnung. Am Arbeitsplatz des ­Mediziners selbst sieht man keine digitalen Hilfsmittel, legt er doch grossen Wert auf den ­Kontakt von Mensch zu Mensch und auf die ­visuelle ­Beurteilung der Patienten. Wenn er darum ­weiterhin die manuell geführte ­Krankengeschichte ­bevorzugt, sieht er sich bestätigt durch ­viele andere Kolleginnen und Kollegen, die keinen Bildschirm zwischen sich und den Patienten haben wollen.

Hohe Therapie- und Administrativkosten belasten das Schweizer Gesundheitssystem zunehmend

Die von Bundesrat und Parlament diktierten Änderungen im Tarifsystem «Tarmed» werden nach Meinung von Dr. Dimiter Iliev nicht dazu beitragen, dass sich der deutlich abzeichnende Ärztemangel in den Praxen beheben lässt – ganz im Gegenteil. Er selbst beobachtet als «medizinischer KMU-­Unternehmer» mit Sorge die seit Jahren steigenden Betriebskosten für Praxismiete, Administration und Personal sowie die jetzt drohende sinkende Wertschöpfung in den Arztpraxen. Als neue ­Belastung für das Schweizer Gesundheitssystem sind die hohen Kosten für neue Immuntherapien in der Krebsbehandlung thematisiert worden. Diese gesundheitsphilosophische Frage zeigt gerade aktuell auf, welche neuen Kostentreiber auftreten können und Sparbemühungen andern­orts in Frage stellen. Der in mehreren Fachärzte­gesellschaften engagierte, politisch interessierte Facharzt ist überzeugt, dass die immer wieder propagierte Digitalisierung – darunter das nationale Projekt eHealth – als Kostentreiberin wirken wird. Dr. Iliev ist sehr skeptisch, ob eHealth in der Verwaltung der Patientendaten wirklich zum versprochenen ­Effizienzgewinn in den Praxen führen wird. Der Abfluss von Ärztinnen und Ärzten in die Notfall­abteilungen von Spitälern oder für die ­«Patientenbehandlung» durch Telemedizin könnte längerfristig zu einer Unterversorgung der Patienten in gewissen Gebieten führen. Dies deshalb, weil diese medizinischen Fachpersonen in den selbst­ständigen Arztpraxen fehlen werden, bzw. jetzt bereits fehlen.

Für die Erhaltung der Arztpraxen

Die inhabergeführten Arztpraxen sind das Rückgrat der ärztlichen Versorgung in der Schweiz. Die wachsende Zahl von Gemeinschaftspraxen gibt immerhin den Medizinern mit familiären Ver­pflichtungen, darunter Frauen mit Kindern, eine Möglichkeit der beruflichen Entwicklung (2/3 der Medizinstudenten sind derzeit Frauen). Die Praxen, ob klein oder gross, benötigen jedoch ein vernünftiges finanzielles Fundament, damit sie ihre Verpflichtungen wahrnehmen können, darunter auch die wachsenden Erfordernisse in der elektronischen Praxisverwaltung.

Die GesundheitspolitikerInnen in Kantonen und Bund tragen in dieser Frage eine grosse ­Verant­wortung und sind aufgerufen, die ­Versorgung der Bevölkerung durch Allgemeinmediziner und Facharztpraxen im Auge zu behalten. Mit Digitali­sierung und Sparbemühungen allein ist es nicht getan. Dr. med. Dimiter Illiev meint dazu: «Wir Praxisärzte müssen uns bemühen, die Patientinnen und Patienten für diese Fragen politisch zu ­sensibilisieren, und hoffen dabei auch auf eine verstärkte Kommunikation durch die FMH».

 

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